Vormund*in werden!

 
 

Unbegleitete minderjährige Geflüchtete brauchen engagierte und empathische Vormund*innen!

akinda – Berliner Netzwerk Einzelvormundschaft freut sich über neue Interessierte für die Übernahme einer Vormundschaft für einen unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten! Wir stehen allen, die dieses verantwortungsvolle Ehrenamt übernehmen, mit Rat und Tat und unserer über 20jährigen Erfahrung zur Seite.

Ein behördlicher Amtsvormund hat sich um bis zu 50 Mündel zu kümmern

Seit dem Jahr 2015 sind weit über 100.000 minderjährige Geflüchtete nach Deutschland gekommen. Sie alle erhalten eine/n Vormund*in, die/der „das Recht und die Pflicht hat, für die Person und das Vermögen des Mündels zu sorgen, insbesondere den Mündel zu vertreten“ (§ 1793 Bürgerliches Gesetzbuch). In Berlin wird unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in aller Regel gleich nach ihrer Ankunft ein behördlicher Amtsvormund zugewiesen. Dieser hat kraft Gesetzes bis zu 50 Minderjährige gleichzeitig zu vertreten. Da fehlt die Zeit, um sich intensiv um den einzelnen jungen Menschen zu kümmern. Für die Integration, Entwicklung und Gesundheit eines minderjährigen Geflüchteten ist ein zuverlässiger Beziehungsaufbau aber maßgeblich.

Es gibt eine Alternative: Ehrenamtliche Einzelvormundschaft!

Ein behördlicher Amtsvormund darf nur bestellt werden, wenn „wenn eine als ehrenamtlicher Einzelvormund geeignete Person nicht vorhanden“ ist (§ 1791b BGB). akinda – Berliner Netzwerk Einzelvormundschaften sucht, qualifiziert und vermittelt seit über 20 Jahren engagierte Ehrenamtliche. Während der Vormundschaft begleitet, berät und unterstützt akinda die Vormund*innen und ihre Mündel und steht auch nach Eintritt der Volljährigkeit als verlässlicher Ansprechpartner zur Verfügung.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Interesse an der Übernahme einer Vormundschaft für einen unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten haben! Wir beraten Sie gerne!

akinda – Berliner Netzwerk Einzelvormundschaften klärt mit Ihnen, ob die Übernahme einer ehrenamtlichen Einzelvormundschaft für Sie passend ist und bereitet Sie durch Schulungen auf Ihre Aufgaben vor. Gegenüber dem Vormundschaftsgericht geben wir eine sozialpädagogische Stellungnahme ab, damit die Übernahme der Vormundschaft möglichst zügig und reibungslos erfolgen kann. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, sich mit anderen ehrenamtlichen Vormund*innen zu vernetzen und sich in Fortbildungen weiterzubilden.

Was müssen Sie mitbringen, um eine ehrenamtliche Einzelvormundschaft zu übernehmen?

Sie sollten die Bereitschaft mitbringen,

  • einen Teil der Freizeit für die Belange Ihres Mündels zu verwenden,

  • sich mit der Situation von jungen Geflüchteten vertraut zu machen,

  • sich im Interesse Ihres Mündels mit Behörden und anderen Einrichtungen auseinanderzusetzen,

  • sich bei Schwierigkeiten und Problemen rechtzeitig Hilfe zu holen.

Was nicht von Ihnen erwartet wird:

  • Vorkenntnisse in Rechtsfragen,

  • genaue Kenntnisse über das Herkunftsland

  • Aufnahme des Mündels in Ihre Wohnung,

  • Finanzielle Aufwendungen für das Mündel

Die wesentlichen Aufgabenbereiche sind:

  • Sicherung des Aufenthaltsstatus, vor allem Begleitung im Asylverfahren,

  • Sicherstellung einer bedarfsgerechten Unterbringung (in der Regel in einer spezialisierten Jugendhilfeeinrichtung),

  • Sorge für eine geeignete schulische und berufliche Bildung

  • Medizinische Versorgung

Mehr Informationen erhalten Sie in den FAQ – häufig gestellten Fragen.

akinda ist ihr verlässlicher Ansprechpartner für alle Fragen, die im Laufe einer Vormundschaft auftreten.

akinda verfügt über ein multiprofessionelles Team und ist eingebunden in die Angebote des Kompetenzzentrums XENION - Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V., dem psychotherapeutischen Beratungs- und Behandlungszentrum für traumatisierte Geflüchtete und Überlebende von Folter und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen.

akinda ist Teil des „Netzwerkes Vormundschaft“, dessen wesentliches Ziel die professionelle Akquise, Schulung und Vermittlung von ehrenamtlichen Vormund*innen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete ist. Die Träger des Netzwerkes arbeiten nach gemeinsamen verbindlichen Qualitätsstandards. Das Netzwerk Vormundschaft wurde im Juni 2016 ins Leben gerufen und wird gefördert vom Jugendamt des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf von Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

Vorteile der ehrenamtlichen Einzelvormundschaft für die minderjährigen Geflüchteten

Für die unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten begründet der persönliche und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Kontakt zum/zur Einzelvormund*in eine neue, stabilisierende Vertrauensbeziehung. Der/die Einzelvormund*in sorgt durch seine rechtliche Vertretung des Mündels sowie seines Engagements in den relevanten Lebensbereichen des jungen Menschen zu einer Verbesserung seiner Lebenssituation. Besondere Bedeutung hat hierbei die Sicherung des - nach der fluchtbedingten Einreise - zunächst ungeklärten Aufenthaltsstatus sowie die Entwicklung einer auf Dauer angelegten Perspektive für die schulische und berufliche Ausbildung. Der Kontakt zwischen Mündel und Vormund*in, das aktive Engagement für einen unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten sowie die Auseinandersetzung mit dessen Lebenssituation ermöglicht, erleichtert und unterstützt in erheblichem Umfang dessen gesellschaftliche Integration.

Die Trennung von der Familie und Freund*innen und ihre häufig traumatischen Erlebnisse auf der Flucht sind für die jungen Menschen eine zusätzliche Belastung. Offen gezeigter Rassismus im Alltag und zunehmend restriktive Asylrechtsregelungen verstärken den Bedarf an persönlicher Unterstützung und Einbindung in neu zu schaffende Netzwerke.

Ehrenamtliche Vormund*innen motivieren und bestärken ihre Mündel, nehmen engagiert Anteil an deren Lebenssituation und entwickeln gemeinsam mit den Jugendlichen Perspektiven. So können tragfähige, belastbare Vertrauensbeziehungen entstehen, die über die Volljährigkeit hinausreichen.

Einzelvormundschaft - Bereicherung für die ehrenamtlichen Vormund*innen

Die Übernahme einer Vormundschaft für einen minderjährigen begründet eine zumeist längerfristige Bindung und Verantwortung. Die meisten jungen Geflüchteten sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, wenn sie nach Deutschland kommen. Vor der Entscheidung für die Übernahme einer Vormundschaft sollte im familiären und freundschaftlichen Umfeld eine zustimmende Entscheidung herbeigeführt werden. Die konkrete Auseinandersetzung mit der Lebens- und Fluchtgeschichte eines unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten sowie mit den Erfahrungen als Vormund*in im Umgang mit Behörden ist für viele Vormund*innen eine herausfordernde aber zugleich enorm bereichernde Aufgabe. Viele kommen hierdurch erstmals in den direkten persönlichen Kontakt mit Menschen, die eine Flucht durchlebt haben. Die besonderen Belange und Probleme junger Geflüchteter werden erlebbar und als Vormund*in kann hier direkte Unterstützung geleistet werden.

Ehrenamtliche Einzelvormundschaft als aktiver Beitrag für Integration und Solidarität

Die Erfahrungen von akinda zeigen, dass der auf Interesse, Engagement und Empathie beruhende Kontakt zwischen Vormund*in und jungem Geflüchteten in erheblichem Umfang die gesellschaftliche Integration (junger) Geflüchteter fördert. Zugleich ist die Führung der Einzelvormundschaft ein wichtiges zivilgesellschaftliches Engagement und ein praktisches Zeichen der Solidarität und des Eintretens gegen Rassismus.

akinda – Berliner Netzwerk Einzelvormundschaft – wie wir arbeiten

An Infoabenden oder in persönlichen Informationsgesprächen erläutern wir die wesentlichen Punkte, die mit der Übernahme einer Vormundschaft zusammenhängen. Daran schließt sich ein individuelles Eignungsgespräch an, das zum Ziel hat, eine reflektierte Entscheidung zur Übernahme einer Vormundschaft vorzubereiten. Ist die Entscheidung für die Übernahme einer Vormundschaft getroffen, durchlaufen die werdenden Einzelvormund*innen verschiedene verbindliche Schulungsmodule. Anschließend lernen sich die*der Ehrenamtliche und die*der Jugendliche kennen. Haben sich werdende*r Einzelvormund*in und Minderjährige*r für eine Vormundschaft entschieden, wird über akinda beim Familiengericht der Wechsel von der Amtsvormundschaft zur Einzelvormundschaft beantragt. Bestallte Vormund*innen und ihre Mündel begleiten wir mit unserer Erfahrung und unserem Fachwissen. Vormund*innen können sich jederzeit telefonisch, persönlich oder per E-Mail an uns wenden – sei es zur Unterstützung bei fachlichen Fragen hat oder um sich über Erlebtes auszutauschen. Wir nehmen uns immer Zeit für ein ausführliches Gespräch. Außerdem bieten wir regemäßig Reflexionsgruppen und Weiterbildungen zu relevanten Themen an (z.B. das Berliner Bildungssystem, die Ausbildungsduldung, Asyl- und Aufenthaltsrecht, Nähe und Distanz, Träume oder Radikalisierung) und informieren in einem Newsletter über relevante Neuerungen und interessante Veranstaltungen.

In den vergangenen 20 Jahren hat akinda ein stabiles Netzwerk aufgebaut, das vielfältige Kooperationen und Kontakte zu Berliner Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendämtern, Familiengerichten, Beratungsstellen sowie anderen relevanten Akteuren umfasst.